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Landfrauenverein Sankelmark e. V.  

 

Island mit André Pflanz

Die Sankelmarker Landfrauen und einige Gäste kamen am 12.02.2020 im ev. Gemeindehaus Oeversee zusammen und wurden mitgenommen auf eine interessante Reise in Wort und Bild. Das Ziel, Island, ist entweder per Flugzeug in ca. 3 – 4 Stunden oder mit der Fähre von Hirtshals (Dänemark) über die Färöer-Inseln (= Schafsinseln) zu erreichen.
Island ist umrundet von der Ringstraße. Es gibt keine Querverbindungen. „Die Insel aus Feuer und Eis“ bietet riesige Gletscher, beeindruckende Wasserfälle, Geröll und Lavawüsten. Alle Zuhörer konnten sich noch erinnern, an den Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull und seine Folgen für den Flugverkehr. Bekannt sind auch die Geysire, die heißen Quellen, die nur an wenigen Orten auf der Welt zu finden sind. Sie stoßen in unregelmäßigen Abständen Wasser als Fontänen bis zu 100 m hoch aus. Die Rundreise beginnt in Reykjavik und führt im Uhrzeigersinn um die geologisch junge Insel. Die Blaue Lagune, ein Thermalbad mit 40o Wassertemperatur, ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Man sollte wissen, dass alles auf Island sehr teuer ist. Ein Bier kostet bis zu 10 €. Eine besondere Spezialität ist der Hakarl (Gammelhai). Der Grönlandhai wird dafür 9 Monate in die Erde eingegraben und danach getrocknet. André Pflanz organisiert Reisen mit dem Wohnmobil. Als Höchstgeschwindigkeit sind dabei 90 km/h einzuhalten. Im Juli besteht mit höchster Wahrscheinlichkeit gutes Wetter, was eine Temperatur von 15 – 17o bedeutet. Vorbei an beeindruckenden Wasserfällen ging es Richtung Norden, wo eine Gletscherzunge bis an die Ringstraße reicht. Diese darf auf keinen Fall betreten werden. Ausflüge ins Hochland sind nur mit Führung möglich. Landmannalaugar ist ein Wanderparadies im Südwesten der Insel. Mit einem Abstecher zum Gulfoss (Goldener Wasserfall) ging es zurück nach Reykjavik.
Die nächste Gruppenreise nach Island ist für Juli 2021 in Planung.Im Anschuss an den Vortrag nutzten viele die Gelegenheit Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen.

 

Jahreshauptversammlung

Am 29.01.2020 konnte die 1. Vorsitzende, Frauke Janssen, 67 Landfrauen bei der Jahreshauptversammlung begrüßen. Im Rahmen der Versammlung wurden die Schriftführerin Ingrid Fehlau und ihre Vertreterin Anne-Christa Ziehmann für 4 Jahre wiedergewählt. Beate Meyer wurde für 2 Jahre als Beisitzerin in den Vorstand gewählt. Gisela Stroschein übernimmt für die nächsten 2 Jahre die Kassenprüfung. Außerdem konnten 9 neue Mitglieder bestätigt werden; drei davon schon für 2020. Frauke Janssen bedankte sich bei allen Anwesenden für die Teilnahme an den Veranstaltungen, bei anderen Aktiven für die Unterstützung beim Kuchenbacken und Austragen der Einladungen. Blumengeschenke wurden verteilt an Marita Braaf für Ihre Tätigkeit als Beisitzerin in den letzten 4 Jahren, Beate Meyer zur Begrüßung im Vorstand und an Carola Thomsen für die Bewirtung in Bilschau-Krug.

Nach den Regularien und der anschließenden Kaffeetafel wurden wir unterhalten von der Petuh-Tante Emmi Hansen (Ruth Rolke). Sie hatte viel zu erzählen aus der Zeit um 1880. In ihren Alltagsgeschichten ging es um die Fahrten mit der „Feodora“ oder der „Alexandra“ auf der Flensburger Förde mit Kaffee und Klönsnack. Für diese Fahrten wurden wurde ein Dauerticket , ein Partout-Billet (aus dem Französischen) gelöst. Von diesem Wort stammt der Begriff Petuh. Es werden dabei plattdeutsche und dänische Grammatik mit hochdeutschem Wortschatz gemischt. Emmi Hansen berichtete von Aggewars den sie hatte, um ihre Wohnung pük zu machen und wie sie bei ausses Licht und zue Rollon sitzt und näh’n abbe Knöpfe an. Es sei auch praktisch und haben immer einen Platenkuchen auf Vorrat.

Im Anschluss an den amüsanten Vortrag folgte der Jahresrückblick 2019 und ein Ausblick auf die für 2020 geplanten Veranstaltungen durch die beiden Vorsitzenden, Frauke Janssen und Elke Möwert-Hoffmann. Zu vielen Veranstaltungen aus 2019 wurden Bilder gezeigt.

 

Weihnachtsfeier

Am 11.12.2019 fand unsere Weihnachtsfeier in Bilschau-Krug statt. An festlich dekorierten Tischen fanden 92 Landfrauen und Gäste Platz. Nach der Kaffeetafel zu der traditionell auch die, von Carola selbstgebackenen Plätzchen gehörten, begannen wir mit einem gemeinsamen Lied. Dank zahlreicher Chormitglieder und den kirchlichen Vertretern ertönte ein kräftiger Gesang und die neuen Liederhefte mit Weihnachtsliedern kamen gleich zum Einsatz.

Pastor Ekkehard Schulz (55) aus der Kirchengemeinde Fruerlund erzählte dann von seiner 22-jährigen Amtszeit in Morsum. Sylt ist anders. Üblicherweise verbindet man mit der Insel die Begriffe reich, surfen und feiern. Der Tourismus bestimmt tatsächlich das Inselleben. Dauerte die Saison früher 6 Monate, so sind es mittlerweile 11 Monate. Das bedeutet selten Ruhe. Verbrachten Gäste früher ca. 3 Wochen Urlaub auf der Insel, so macht man heute eher Kurzurlaube.
Herr Schulz hatte sich jedoch sofort in der Dorfkirche Zuhause gefühlt. Sein Vorgänger hatte 30 Jahre dort gewirkt. Die Planstelle wurde auf 75 % reduziert, aber es war 100 % Arbeit zu bewältigen. Gewöhnungsbedürftig war, dass man quasi in dem reetgedeckten Haus wie in einem öffentlichen Haus lebte. Inselpastoren leben in großer Nähe und Enge zu ihrer Gemeinde, haben einen 24 Stunden Arbeitstag und müssen mit allen Menschen auskommen.
Die Zahl der Hochzeiten und Taufen ist durch die Touristen im Verhältnis zur Einwohnerzahl hoch. Die Insel hat allerdings auch eine dunkle Seite: Depressionen und Alkoholprobleme sind verbreitet.
Nach dem Vortrag aus dem Leben eines Insel-Pastors folgten weitere Weihnachtslieder, eine etwas andere Weihnachtsgeschichte über die Geburt des Christkindes, vorgetragen von Pastorin Joos, netter Klönschnack bei Punsch und Kerzenschein. Pastor Schulz las eine Geschichte über Weihnachten der Tiere und sprach zur Verabschiedung einen Segensspruch.

 

Kerzenhuus

Am 27.11.2019 waren wir im „Kerzenhuus“ angemeldet. Um 17:20 Uhr fuhren wir in Fahrgemeinschaften nach Steinfeld. Nach der Begrüßung bekamen wir eine kurze Einweisung zum Ablauf und durften uns umsehen, um Anregungen für die Gestaltung unserer Wachsschalen zu suchen. Einige waren das erste Mal dabei. Einige hatten im letzten Jahr schon einmal das Kerzenhuus besucht. So verschieden wie die Geschmäcker, waren auch die Ergebnisse, die zum Abschluss mit „Zauberwachs“ verziert wurden. Jede Wachsschale ein Unikat und handgemacht. Zwischendurch stärkten wir uns an den mitgebrachten Leckereien. Das „Büfett“ war vielfältig und lecker. Getränke konnten wir im Kerzenhuus kaufen. Nach der Pause begann die nächste Runde. Jede Teilnehmerin konnte zwei schöne Dekorationsobjekte mitnehmen, entweder für das eigene Heim oder zum Verschenken.

 

„Wellcome to Iran“

Am 13.11.2019 war Jörn Thietje (59) bei den Sankelmarker Landfrauen eingeladen, um von seiner Reise mit dem Fahrrad durch den Iran zu erzählen. Insgesamt war er schon 42.000 km auf allen Kontinenten mit seinem Rad unterwegs. Die Tour durch den Iran im Jahr 2015 sei seine interessanteste Reise gewesen. Der Vielvölkerstaat ist mit 75 Millionen Einwohnern ist 5-mal so groß wie Deutschland. 98 % der Bewohner sind Moslems. Die verbleibenden 2 % gehören anderen Religionen an (Christen, Juden u.a.). Vor Beginn seiner Reise hatte Jörn Thietje ein Visum für 60 Tage beantragt und bekommen; üblich sind 30 Tage. Sein Fahrrad transportiert er per Flugzeug in einem Karton. Ausgangspunkt der Reise war Isfahan. Da als Zahlungsmittel nur Bargeld von hier mitgenommen werden kann, führte sein erster Weg in eine Wechselstube. Die Einwohner sind sehr gastfreundlich und mehrfach wurde er zum Tee oder für eine Übernachtung eingeladen. Gastfreundschaft wird im Islam als eine Grundpflicht beschrieben. Die Höflichkeit gebietet, dass der Gast die Einladung zunächst ablehnt und sich wiederholt bitten lässt. Weiter ging es entlang der alten „Seidenstraße“ nach Mashad. Hier gibt es eine besondere Moschee für 1 Mio. Menschen. Diese Anlage beinhaltet auch eine Universität. Die Minarette waren ursprünglich „Leuchttürme“, die der Orientierung dienten. Die Anlage von unglaublicher Pracht wird auch ständig bewacht. Sehenswert sind die Basare, auf denen im Iran übrigens nicht um den Preis gehandelt wird. Ein Basar ist auch immer ein „Anschlag auf alle Sinne“. Besonders das Faludeh, ein Safran-Eis mit Zitrone, Rosenwasser und Glasnudeln sei zu empfehlen. Das Betreten einer Moschee ist kein Problem, der Imam immer freundlich und meist ist die Verständigung in Englisch möglich. Die Orientierung auf dem gut ausgebauten Straßennetz ist wegen der Schrift auf den Schildern schwierig, die Autos in einem schlechten Zustand und die Verkehrsregeln nur Empfehlungen. Sehenswert sei die Stadt Shiraz und auch die persischen Gärten. Es wird auch Tee und sogar Reis in Terrassenanlagen angebaut. Obst und Gemüse sind in sehr guter Qualität vorhanden. Zuletzt gab es noch einen Eindruck von Teheran, dem religiösen Zentrum mit ca. 9 Mio. Einwohnern. Insgesamt bekamen die Landfrauen Impressionen von einem Land, das wohl kaum eine der Zuhörerinnen bereisen wird. Die Bilder und auch die akustischen Eindrücke waren beeindruckend.

 

Mattias Stührwoldt

Am 24.10.2019 fand unser jährlicher Abend mit Partnern sowie Gästen in Bilschau-Krug statt. 73 TeilnehmerInnen saßen an herbstlich geschmückten Tischen und genossen zunächst die geschmorten Rippen mit gestovten Bohnen, Rotkohl und Kartoffeln. Nach dem gemeinsamen Essen begann der Bauer und Schriftsteller, Matthias Stührwoldt (51), mit seinen in plattdeutsch vorgetragenen Geschichten aus dem ländlichen Leben. Wenn er von seinen 5 Kindern und der Familie erzählt, gibt es viel zum Lachen. Eine Geschichte aus seinem neuen Buch „Knackwurst“ handelt von Gutscheinen, die er im Laufe von „sössundtwintich Johren, fief Kinner, Geburtsdagen, Wiehnachten, Nikolaus un sogor to Vadderdag“ bekommen hatte. Gutscheine für „eenmol in’t Kino gahn“ oder „eenmol in Stall hölpen“ waren dabei; teils liebevoll gestaltet von den Töchtern oder auf der Rückseite eines Einkaufszettels, in aller Eile vom Sohnemann auf den letzten Drücker geschrieben. Eine kurze Hochrechnung ergab, dass er sich bald zur Ruhe setzen könne, wenn alle Gutscheine eingelöst würden. Es waren eineinhalb Stunden kurzweilige Unterhaltung. Die Lachmuskeln wurden arg strapaziert. In der kurzen Pause zwischendurch konnten handsignierte Bücher oder CDs erworben werden. Matthias Stührwoldt war nicht zum ersten Mal in Bilschau-Krug und bestimmt auch nicht zum letzten Mal. In der NDR-Sendereihe „Hör mal’n beten to“ ist er regelmäßig zu hören.

 

„Wenn der Schuh drückt…“

Während sich ein Teil unseres Vereins auf Tour in Mecklenburg-Vorpommern befand, hatten sich dennoch 21 Landfrauen und Gäste eingefunden, um sich den Vortrag von Dr. med. Thomas Fischer, Facharzt für Orthopädie am Lubinus Clinicum in Kiel, anzuhören. Jährlich werden dort ca. 1.600 Operationen an Füßen durchgeführt. Dazu gehören Nageloperationen sowie Korrekturoperationen und selten Einsatz von Gelenkprothesen. Meist werden Gelenke begradigt oder versteift. „Diabetische“ Füße können durch plastische Chirurgie behandelt werden. Lubinus ist die einzige Klinik für Fußchirurgie in Schleswig-Holstein. Bevor Operationen vorgenommen werden, sollten andere Maßnahmen wie Schonung oder Sport zur Kräftigung, je nach Art der Beschwerden, Einlagen, Gips, Krankengymnastik, Massagen oder Behandlungen mit Medikamenten vorgezogen werden. Meistens sind eher Frauen betroffen, außer wenn es um Verschleißerscheinungen geht. Moderne Verfahren sollen eine schnelle Heilung und Gehen ohne Schmerzen möglich machen.
Der Vortrag von Herrn Fischer wurde durch Bilder ergänzt und am Ende nahm er sich Zeit, um Fragen der Zuhörer zu beantworten

 

 Fahrt nach Mecklenburg-Vorpommern vom 3. bis 6. September

 

Am Dienstag, den 3. Sept. starten vom Neubauer Betriebshof in Flensburg 28 Landfrauen und 4 dazugehörige Männer zu einer Reise an die mecklenburgische Seenplatte. Pünktlich um 7 Uhr geht es im Regen los. Doch in Rendsburg klart der Himmel schon auf. Zwei Stunden später erwartet uns im Nobiskrug in Groß Sarau ein leckeres Frühstück. Gut gestärkt geht es weiter über Wismar nach Kühlungsborn, wo Zeit ist zur Mittagspause und zum Bummel durch den Ort und auf die Seebrücke. Danach Weiterfahrt über Heiligendamm und Bad Doberan und an Rostock vorbei. Um kurz vor 15h erreichen wir unser Ziel, das Van der Valk Resort in Linstow. Nach Bezug der Zimmer in den kleinen Ferienhäusern (jeweils 3 x 2 Personen) bleibt für alle noch Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen vom Buffet in verschiedenen Restaurants. Nach dem Essen sitzt man noch in Gruppen zusammen bei Gesprächen und Getränken, bevor sich die meisten gegen 21Uhr in die Unterkünfte zurückziehen.     

 Am nächsten Morgen Herbstsonne pur. Gleich nach dem Frühstück um 9Uhr steigt unsere Reiseleiterin für die kommenden 2 Tage zu uns in den Bus und begrüßt uns erst einmal in mecklenburgischem Platt. Von Frau Anne erfahren wir ganz viel über die Geschichte, die Landschaft und auch die Menschen von Mecklenburg-Vorpommern. Unser Hotel z.B. gehört einer holländischen Familie. Es wurde 2001 eröffnet. Nicht zufällig liegt es in der Nähe des Dorfes Dobbin. Dort steht eine Gedenktafel für die niederländische Königin Juliane. Sie war die Tochter von Königin Wilhelmine der Niederlande, die mit Prinz Heinrich zu Schwerin verheiratet war. Das Gut Dobbin war ein Hochzeitsgeschenk. Königin Wilhelmine liebte den kleinen Ort und wenn sie dort war, lud sie auch mal die Frauen des Dorfes zur Kaffeetafel ein.

Unsere Fahrt geht heute auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Wir kommen vorbei am Flughafen Rostock-Laage. Zum G8-Gipfel im Jahre 2008 in Heiligendamm wurden hierher alle beteiligten Politiker und auch Journalisten eingeflogen. Der mecklenburgische Großherzog Friedrich Franz I. gründete Heiligendamm im Jahre 1793. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zum ersten deutschen Seebad.  Hier gab sich der europäische Hochadel ein Stelldichein und verbrachte die Sommerfrische am Meer.

Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst entstand vor ca. 7.000 Jahren durch die letzte große Eiszeit und wurde 1990 unter Naturschutz gestellt. Wir fahren durch Wustrow, dem Geburtsort von Joachim Gauck, weiter nach Ahrenshoop. Ab 1890 entwickelte sich in dieser idyllischen Landschaft eine Künstlerkolonie, ähnlich wie in Worpswede. Wir gehen alle einmal kurz zum Wasser und erleben den Ausblick, der von Bildern her bekannt ist.  

Weiterfahrt durch den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, das am dünnsten besiedelte Gebiet Deutschlands. Lt. Statistik kommen hier 69 Menschen auf 1 km². 

Mittags erreichen wir das lebhafte Seebad Zingst. Dort haben wir Gelegenheit zum Strandspaziergang in der Sonne und zum Essen. Nach der Mittagspause Rückfahrt in Richtung Ribnitz-Damgarten zur Bernsteinmanufaktur. Die Menge der dort ausgestellten Schmuckstücke ist beeindruckend. Bei der Führung durch die Manufaktur erfahren wir, dass ab den 1970er Jahren bis 1992 in Bitterfeld im Tagebau ca. 50 t Bernstein pro Jahr gefördert wurden.  Danach wurde das Gebiet geflutet und renaturiert. Inzwischen werden jährlich 300 bis 500 t Bernstein aus Russland bezogen und verarbeitet. Bernstein gibt es in vielen Farben. Blauer Bernstein ist der wertvollste, dann der weiße und die anderen Farben. Die Ostsee-Schmuck GmbH ist der größte Schmuckproduzent in den neuen Bundesländern und hat eine 50-jährige Firmengeschichte. Nach so viel Bernstein freuen sich alle über den Kaffeestop bei Karls Erdbeerhof, eine riesige Verkaufsscheune mit Gastronomie. Wir machen auf der Rückfahrt zum Hotel noch einen Schlenker über Güstrow, der Geburtsstadt von Ernst Barlach. Im Dom hängt seit 1954 ein   Nachguss seiner berühmten Bronze „Der Schwebende“, mit dem Antlitz von Käthe Kollwitz.          

 Bevor wir Güstrow endgültig verlassen, fahren wir noch kurz zum Schloss, ein Prunkbau aus dem 16. Jahrhundert. Seit 1962 ist das Schloss eine Außenstelle der Staatlichen Museen von Schwerin mit vielen Ausstellungen und Veranstaltungen.

 

Am Donnerstag steht auf unserem Ausflugsprogramm bei schönem Sonnenschein eine Fahrt durch die mecklenburgische Seenplatte. Unsere Reiseleiterin Anne begleitet uns wieder. In Mecklenburg gibt es über 1.000 Seen und rund um den Nachbarort Krakow befinden sich schon 16 davon. Die mecklenburgische Seenplatte ist das größte zusammenhängende Seengebiet in Mitteleuropa und ist zwischen Elbe und Oder reines Agrargebiet. Auf den Feldern können wir auch eine ganze Menge Kraniche beobachten, die in dieser Region rasten, bevor sie weiter gen Süden ziehen.

Auf unserer Reise kommen wir durch viele Orte, deren Namen auf „ow“ enden, was auf den slawischen Ursprung hinweist.

Im Naturschutzgebiet Nossenthiener Schwinzerheide gibt es einen großen Bestand an Rotwild, das auch bejagt wird. Der erste Stop an diesem Tag ist die große Handwerkerscheune in Bollewick, wo es Gelegenheit gibt, Mitbringsel einzukaufen. Anschließend fahren wir weiter nach Neustrelitz, zur Schlossinsel von Mirow. In Mirow wurde Prinzessin Sophie Charlotte von Strelitz geboren. Im Alter von nur 17 Jahren verließ sie ihre Heimat für immer, um den englischen König Georg III. zu heiraten, den sie zuvor nie getroffen hatte. Aus der Ehe sind 15 Kinder hervorgegangen. 

Unser nächstes Ziel ist Waren. Vom Stadthafen führt Anne uns durch die Fußgängerzone zum Marktplatz. Die Mittagspause und ein Stadtrundgang werden individuell gemacht.

Alle treffen sich um 15.20 Uhr am Schiffsanleger wieder zur Fahrt auf der Müritz von Waren nach Röbel. Rechtzeitig zum Abendessen sind wir zurück im Hotel.

Der Freitag, unser Abreisetag, beginnt sonnig, aber kühl. Nach dem Frühstück verstaut unser netter Busfahrer Marco unser Gepäck im Bus und um 9.30 Uhr verlassen wir Linstow in Richtung Ludwigslust. Direkt am Schloss in Ludwigslust machen noch eine individuelle Mittagspause, die auch einen Besuch des gepflegten und weitläufigen Schlossparks einschließt. Um 13.30 Uhr starten wir zur letzten Reiseetappe und erreichen zum Glück problemlos und ohne Stau Flensburg. Allerdings beginnt es ab Schuby wolkenbruchartig zu regnen, so dass bei der Ankunft in Flensburg um 17.45 Uhr alle Landfrauen schnell in die Autos steigen, um nicht ganz nass zu werden. Aber schon auf der Rückfahrt waren sich alle einig, dass es eine schöne und interessante Reise war. 

 

Tagesfahrt nach Büdelsdorf und Holzbunge

Am 14.08.2019 fuhren Sankelmarker Landfrauen nach Büdelsdorf. In der Eisengießerei der Carlshütte besuchten wir die NordArt, eine der größten Kunstausstellungen Europas. Das Ausstellungsgelände umfasst 22.000 m² sowie einen 80.000 m² großen Skulpturenpark. Die Ausstellung wird jedes Jahr neu konzipiert. Künstler und Künstlerinnen aus aller Welt präsentieren hier seit 1999 in den Sommermonaten ihre Kunst. Beeindruckend waren die am Eingangsbereich wie Soldaten aufgereihten 36 Affenmenschen mit ihrer Größe von 3,50 m. Der chinesische Künstler gestaltete auch das Rudel Wölfe in der Parkanlage. Skulpturen aus den verschiedensten Materialien, abstrakt oder realistisch in Szene gesetzt, weckten unsere Neugier und so erkundeten wir je nach Interesse das Gelände. In den ehemaligen Werkshallen ging es weiter. Der Holzturm „Babylonia“ beeindruckte mit seinen neun Etagen. Verschiedene Objekte eingegossen in eine Art Kunstharz mit Farbverlauf zeigten aus der Ferne betrachtet berühmte Köpfe, wie z.B. Einstein und aus der Nähe erkannte man erst die kleinen Details, aus denen das Bild tatsächlich bestand. Die Details machten auch eine Gruppe von Geparden interessant. Die braunen Punkte auf der „Haut“ bestanden in Wirklichkeit aus den Kappen von Eicheln. Im Obergeschoss befanden sich zwei Männer, die bei genauem Hinschauen vom Kopf bis zu den Schuhen gestrickte bzw. gehäkelte Figuren waren. Es gab viel zu entdecken in der noch bis zum 13.10.2019 andauernden Ausstellung.

Nach dem Mittagsbüffet in einem Landgasthof in Bünsdorf ging es weiter nach Holzbunge zur Führung durch Krüger’s Whisky-Museum. Thomas Krüger, der weltweit in Verbindung mit anderen Whisky-Liebhabern und Genießern steht, führte uns durch seine Sammlung von mehr als 2.000 Exponaten. Er erzählte unterhaltsam Geschichten über und rund um den Whisky.
Danach ließen wir uns im angeschlossenen Café mit hausgemachten Kuchen und Torten verwöhnen. Natürlich gehörte eine gehaltvolle Whiskytorte dazu.
Bei der anschließenden Verkostung waren sowohl der Geruchs- als auch der Geschmackssinn gefordert. Zunächst wurde Sherry verkostet, dann der rotbraune Whisky, der in Sherry-Fässern gelagert wird. Der Geruch/Geschmack entwickelte sich beim Testen vom Duft nach reinem Alkohol über holzig/rauchiges Aroma hin zu einem Hauch von Johannesbeeren. Es folgte die Verkostung des goldfarbenen Bourbon. Diese unterschiedlichen Wahrnehmungen waren sehr interessant.
Natürlich bekamen wir ein paar Tipps vom Fachmann. Whisky sollte nicht im Kühlschrank gelagert werden. Für die Haltbarkeit ist es besser angebrochene Flaschen ggf. in kleinere Flaschen umzufüllen, damit nicht zu viel Luft darin ist, der den Geschmack verändert. Als bester Jahrgang gilt 1965er Whisky. Die ein oder andere Whiskyspezialität trat dann auch den Heimweg mit uns Richtung Oeversee an.

 

Wanderung zur Hamburger Hallig

Zusätzlich zu den Veranstaltungen, über die hier monatlich berichtet werden, organisiert Edeltraud regelmäßig Wanderungen für die Sankelmarker Landfrauen. Die Wanderungen finden meistens dienstags statt. Man trifft sich am Bilschau-Krug, um Fahrgemeinschaften zu bilden. Am 23.07.2019 war die Hamburger Hallig das Ziel. Bei wunderschönem sommerlichem Wetter wanderten wir über den ca. 4 km langen Weg zur Hallig. An vielen Schafen vorbei, teilten wir uns den Weg mit etlichen Radfahrern. Wir genossen den Blick auf das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. Am Hallig-Krog wurden wir zum Kaffee mit einer Auswahl an verschiedenen Kuchen erwartet. Danach ging es auf kurzem Weg einmal zum Wasser. Einige hatten sich vorgenommen heute auf jeden Fall wenigstens einmal die Füße in der Nordsee zu baden. Dann ging es in ca. einer Stunde wieder zurück zum Festland, wo unsere Autos standen. Ein schöner Tag in der Natur mit netten Gesprächen ging so zu Ende.

 

Schulhausmuseum

Am 10.07.2019 machten sich 27 Landfrauen in Fahrgemeinschaften auf den Weg „zurück“ in die Schulzeit. Nach ca. einer halben Stunde erreichten wir das Schulhausmuseum in Hollingstedt. Die ehemalige Lehrerin erwartete uns bereits zu einer Führung durch das alte Gebäude von 1876. In dem historisch eingerichteten Klassenzimmer fanden alle einen Platz in den Bänken. Der „Unterricht“ begann. Die ehemalige Lehrerin berichtete wie vor über 100 Jahren die Schulstunden gestaltet wurden. Schiefertafel und Griffel lagen bereit. In Deutscher Schreibschrift waren nach Anleitung schnell ein paar Zeilen geschrieben. Für gute Leistungen wurden früher „Fleißkärtchen“ verteilt, die zu Hause vorgezeigt werden konnten. Aber es gab auch den Rohrstock. In einem Strafprotokoll wurde festgehalten wer und aus welchem Grund Schläge bekam. Sauberkeit und Ordnung spielten eine große Rolle um 1900. Der Begriff „Pauker“ entstand, weil der Lehrer oft für Übungen mit einem Tamburin den Takt vorgab. Ordnung und Disziplin hatten das Ziel die Jungen auf den Militärdienst und die Mädchen auf die Arbeit im Haushalt vorzubereiten. Der Unterricht fand zunächst nur in den Wintermonaten statt, da die Kinder sonst auf dem Feld oder im Haus mitarbeiten mussten. Im Klassenzimmer befindet sich ein alter Ofen. Das Heizen mussten die größeren Kinder übernehmen. Dafür wurde auch von zuhause Brennmaterial wie Holz, Torf und getrocknete Kuhfladen mitgebracht. Verschiedene Exponate wie Schulranzen und Botanisiertrommeln werden hier ausgestellt. Neben den 2 Klassenzimmern befindet sich eine Lehrerwohnung in dem Gebäude. In den Jahren 2010 – 2012 erfolgte der Rückbau durch die Gemeinde, so dass die Wohnung wie zur „Kaiserzeit“ um 1900 nachgestellt wurde. Zur Schule gehörte auch immer etwas Land, eine Kuh und ein Pferd, damit die Lehrerfamilie eine Grundversorgung hatte. Für den Beruf des Lehrers ist ein Studium seit ca. 1900 Voraussetzung.
Die "Lehrerin" erzählte sehr engagiert und kurzweilig, so dass die Zeit wie im Flug verging.
Im Anschluss fuhren wir nach Jübek ins „Café mit Stiel“. Wir wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet und konnten im Anschluss noch den Mustergarten der angeschlossenen Gärtnerei erkunden.

 

 

Erkundungen in unserer nahen Umgebung

Am 26.06.2019 trafen sich interessierte Landfrauen, zum Teil mit Partner zu Führungen durch den Arnkielpark und die Bunkeranlage an der Akademie Sankelmark.
Erst 2012 wurde öffentlich, was auf dem Gelände unter den Gebäuden der Akademie seit 1962 verborgen war. Die Bunkeranlage war konzipiert um während des „kalten Krieges“ im Notfall 85 Mitgliedern der Ministerien Schutz zu bieten und den Fortbestand der Regierung zu ermöglichen. Der ehemalige Hausmeister Herr Weber führte uns durch die Gänge. Zimmer für die Unterbringung, Küche, Vorratsraum und Sanitärräume (ohne Duschen) waren vorhanden. Für den Ministerpräsidenten hatte es ein eigenes Büro gegeben. Ein Notstromaggregat und die Entlüftungsanlage sowie ein Brunnenzugang sollten im Falle eines Angriffs das Überleben für mindestens 14 Tage sichern. Man befürchtete damals vor allem Giftgasangriffe. Genutzt wurde die Anlage glücklicherweise tatsächlich nie. Nur wenige zum Schweigen verpflichtete Personen hatten überhaupt Kenntnis von der Anlage.

Außerdem besuchten wir den Arnkielpark. Frau Ketelsen führte uns durch die Gräberanlage aus der Jungsteinzeit, die ca. 5500 Jahre zurückliegt. Mittelpunkt der Anlage ist die Rekonstruktion eines 70 m langen Großsteingrabes mit 2 Grabkammern. Im Jahr 2000 wurde hier mit Ausgrabungen an den Magalithgräbern begonnen. Dabei wurde festgestellt, dass schon sehr früh Ackerbau in der Region betrieben wurde. Dass aus der Zeit der Trichterbecherkultur noch wertvolle Rückschlüsse gezogen werden konnten, ist dem ehemaligen Besitzer Jens Thaysen zu verdanken, der diese Fläche nicht gepflügt und bewirtschaftet hatte. Seinen Namen bekam die Anlage in Anlehnung an Magister Troels Arnkiel, der 1690 die Anlage mit den 132 Findlingen skizzierte und ausführlich beschrieb. Mit Hilfe einer Steinpatenschaft hat auch der Landfrauenverein Sankelmark e.V. den Förderverein Arnkielpark e.V. unterstützt.

Zum Abschluss des Abends trafen sich alle zu einem leckeren Grill-Büfett von der Fleischerei Carstensen. Freundlicherweise durften wir das Feuerwehrhaus in Munkwolstrup nutzen. So waren wir wetterunabhängig und vor dem aufkommenden Wind geschützt. Nach netten Gesprächen bei Wein und Bier löste sich die Runde später auf.

Kochen mit Sünje

Kochen können die Landfrauen alle, trotzdem ist Sünje Thiesen ein gern gesehener Gast bei den Sankelmarker Landfrauen. Sie überrascht immer wieder mit neuen Themen und Rezepten. Unter dem Motto „Take 5“ gab es am 17.06.2019 neue Anregungen für leckere Gerichte, ohne dass vorher ein Großeinkauf erforderlich ist. Es sind nur 5 Zutaten für jedes Gericht zu besorgen. Die weiteren Zutaten gehören zum üblichen Vorrat. Bowle, Suppe, Salat und Brot, eine Tarte sowie 3 Hauptgerichte und ein Nachtisch waren das Ergebnis des Abends in netter Gemeinschaft. Am Ende waren sich Alle einig: Gerne wieder !!!

 

Tagestour

„Wir fahren am 22.05.2019 mit dem Bus zum Dorfmuseum in Goldebek.“ So stand es in der Einladung für den Landfrauenverein Sankelmark. Noch im Nieselregen erreichten wir den Hof der Familie Jensen in Goldebek. Der Senior hatte vor ca. 30 Jahren begonnen auf dem alten Dachboden eine Ecke einzurichten, um antike Stücke zu sammeln. Inzwischen sind auch mehrere Hallen und Räume mit Oldtimern, Traktoren, Maschinen und landwirtschaftlichen Geräten aus alten Zeiten gefüllt. Familie Jensen führt Besucher gern durch die Ausstellung und spätestens auf dem Dachboden war das Erstaunen groß, was sich im Laufe der Zeit hier alles angesammelt hat. Die Landfrauen erkannten viele Sachen aus früheren Zeiten wieder: Sammeltassen, Abwaschtische, Uhren, Paradetücher, Schipka-Figuren, um nur einiges zu nennen. Das ausliegende Jahrbuch „Die Landfrau“ aus 1949 bot interessante Einblicke in die Themen der Zeit. 

In Immenstedt wurden wir dann zum „Bratkartoffel-Buffet“ erwartet. Dazu passend gab es verschiedene Sorten Fisch und Fleisch sowie eine Gemüseplatte und Salate. Abgerundet wurde das leckere Essen mit Pudding zum Dessert.

Auf der Fahrt zur Nordsee holten wir Jonny in seinem Café in Norstedt ab. Er begleitete uns und „führte“ während der Busfahrt durch die Köge. Durch die Reußenköge, Desmerciereskoog, Cecilienkoog und Baltingharder Koog kamen wir durch Naturschutzgebiete bis nach Lüttmoorsiel. Wir bekamen Informationen zur Artenvielfalt der Tierwelt und den Deichbau. Nur der Deich trennte uns noch von der Nordsee. Über der Deichkrone sahen wir die Lenkdrachen der Kitesurfer. Gerne wären einige von uns ein Stück auf dem Deich entlang spaziert, aber es war sehr stürmisch und der Zeitplan für unser weiteres Vorhaben zu eng. Auf dem Rückweg nach Norstedt erzählte Jonny von Hauke Haien, der Hauptfigur in der Novelle „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm und von der „Großen Mandränke“, einer Sturmflut, die im 14. Jahrhundert die Deiche zerstörte und an der Nordseeküste schreckliche Verwüstungen anrichtete.

In Jonny’s Café erwartete uns heißer Kaffee und ein Stück Torte. Anschließend wurden wir von der Gruppe „Landlicht“, zu der auch Jonny und seine Frau Evelyn gehören, mit dreistimmigem Gesang unterhalten. Humorvoll moderiert wurden bekannte und auch eigens komponierte Lieder zum Besten gegeben.

 

Stadtführung in Schleswig

Am 10.04.2019 versammelten sich 48 Sankelmarker Landfrauen vor der Tourist-Information in der Plessenstraße in Schleswig. Hier warteten bereits die Gästeführer, um in 2 Gruppen mit uns die Altstadt und das Rathaus zu erkunden. Schon bevor es richtig los ging, gab es die ersten Informationen über Schleswigs Geschichte als Handelsmetropole der Wikinger und früheren Regierungssitz.
Dann ging es vorbei am Dom, dessen 112 m hoher Turm z.Zt. wegen Reparaturarbeiten eingerüstet ist. Feuchtigkeitsschäden am Turm und die Westfassade müssen saniert werden.
Über den Rathausmarkt ging es zum Rathaus. Nachdem an dieser Stelle das ehemalige Graukloster der Franziskaner abgerissen wurde, wurde im Jahr 1794 das neue Rathaus in einem Stück, was damals ungewöhnlich war, erbaut. Teile des Fundaments aus Granit konnten wir durch in den Boden eingelassene Sichtfenster sehen. Beeindruckend ist der Ständesaal. Die Deckenmalerei täuscht beim Blick nach oben eine außergewöhnliche Höhe vor, als ob man von unten in einen Turm hineinsieht.
Zum Schluss ging es noch zum Holm, der ehemaligen Fischersiedlung. In der Mitte befindet sich eine kleine Kapelle mit dem Friedhof. Die Häuser rundherum sind größtenteils liebevoll renoviert und haben Rosenstöcke an den Wänden.
Nach einer kurzen Fahrt durch Angeln wurden wir zu einem gemütlichen Cafe´-Nachmittag mit hausgemachten Kuchen bei „Tante Anne“ in Dammholm erwartet.

 

„Aus alt mach‘ neu“

Wer hat sie nicht in einer Schublade, die Schmuckteilchen, die kaum mehr getragen werden. Sei es, weil es sich dabei um defekten Schmuck handelt oder um Erbstücke, die man aber selbst nicht trägt, so bringt man es doch nicht übers Herz die Stücke einfach zu entsorgen.

Gute Möglichkeiten stellte Bente Kühl, Goldschmiedemeisterin und staatl. geprüfte Gestalterin, den Landfrauen in Sankelmark vor. Die nicht (mehr) getragenen Schmuckstücke bestehen aus Materialien, die wiederverwendet werden können. Kunden bringen ihre Stücke in die Werkstatt in der Kompagniestraße mit und lassen sich nach eigenen Vorstellungen oder Ideen der Goldschmiedemeisterin Neues fertigen, das sie dann gerne „anziehen“. Dabei spielt das persönliche Gespräch eine große Rolle, um festzustellen, ob z.B. ein modernes, klassisches oder verspieltes Schmuckstück entstehen soll, das zu der Trägerin passt. Auch Edelsteine, Perlen sowie Silberbestecke finden neue Verwendung. Am besten zu verarbeiten ist hierbei 835er Silber. Daraus entstehen zum Beispiel Ringe und Anhänger für Ketten. Frau Kühl, die seit 2011 in Flensburg selbständig tätig ist, hatte einige Exemplare als Anschauungsobjekte mitgebracht, die die Runde machten. Außerdem konnten die Landfrauen sich anhand der auf der Leinwand gezeigten Bilder inspirieren lassen. Schmuck unterliegt auch einer Mode. Während es früher nicht üblich war Gold und Silber zu kombinieren, ist es heute geradezu modern zweifarbigen Schmuck zu tragen. Für die Umarbeitung werden mindestens 3 Stunden Arbeitsaufwand benötigt. Es werden sogar Kurse angeboten, in denen man selbst unter Anleitung handwerklich kreativ werden kann. Der Vortrag war sehr interessant und die eine oder andere Landfrau kann sich sicher vorstellen ein neues Schmuckstück fertigen zu lassen.

 

Arthrose

Am 13.02.2019 referierte Dr. Volker Stein, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Helios-Klinik in Schleswig, zum Thema Arthrose. 53 interessierte, vielleicht zum Teil auch betroffene Sankelmarker Landfrauen folgten seinem Vortrag.

Mittlerweile entfallen 10 % der Gesundheitskosten auf diese Erkrankung der Gelenke. Meist wird Arthrose zuerst an den Händen sichtbar. Wenn die Gelenke sich verändern und dick werden, handelt es sich um den Versuch des Körpers sich selbst zu heilen. Er will die zerstörte Knorpelschicht, die wichtig ist für schmerzfreie Bewegungen, durch die Bildung von Knochen und Narbengewebe ersetzen, aber die Knorpelschicht ist einmalig. Sie besteht aus Kollagenfasern, ist elastisch und nicht zu ersetzen oder wiederherzustellen. Den Wissenschaftlern, die sich seit Jahren damit beschäftigen ist es bisher nicht gelungen einen Ersatz zu finden. Die Ursachen für die Erkrankung können in verschiedenen Bereichen liegen: Vererbung, Fehlanlagen (z.B. O-Beine), Unfälle, Durchblutungsstörungen und auch Infekte. Rheuma kann besonders häufig bei Frauen zu Arthrose führen. Übergewicht spielt bei Arthrose in den Kniegelenken eine Rolle. Die Erkrankung verläuft in Schüben und stets ansteigend, d.h. der Leidensdruck wird immer größer. Die Diagnose erfolgt u.a. durch Röntgen, MRT/CT und Szintigraphie.
Die Therapie kann beginnen mit Gewichtsreduktion, Krankengymnastik und Schmerzmitteln. Es wird empfohlen auf Schweinefleisch zu verzichten. Je nach Befund kann Akkupunktur, Röntgenreizbestrahlung oder Gabe von Cortison weiterhelfen, bevor eine Operation unumgänglich wird. Pro Jahr wird in ca. 350.000 Fällen in Deutschland eine OP mit künstlichen Gelenken durchgeführt. Mögliche Risiken sind Infektionen, Thrombose, Lockerung des Implantats u.a.
Die Ausführungen von Dr. Stein waren sehr ausführlich und leicht verständlich. Die Landfrauen zeigten auch durch Fragen zum Thema, wie wichtig ihnen diese Informationen waren.
 

 

Jahreshauptversammlung

Am 30.01.2019 begrüßte die 1. Vorsitzende, Frauke Janssen, die 67 anwesenden Landfrauen zur Jahreshauptversammlung des Landfrauenvereins Sankelmark e.V. Im Rahmen der Versammlung wurden u.a. die 2. Vorsitzende, Elke Möwert-Hoffman, die Kassenführerin Annegret Josupeit für weitere 4 Jahre und die Beisitzerin Doris Benzmann für 2 Jahre wiedergewählt. Neu in den Vorstand wurde Bettina Eggert als Beisitzerin für 2 Jahre gewählt. Roswitha Schade wurde als Kassenprüferin ebenfalls für 2 Jahre gewählt. Außerdem konnten 5 neue Mitglieder bestätigt werden. Der Landfrauenverein hat zurzeit 195 Mitglieder.
Ein besonderes Dankeschön in Form von Blumengeschenken erhielten Edeltraud Johannsen für die Organisation der regelmäßigen Wanderungen, Carola Thomsen für die Bewirtung und Marion Otzen für die Tätigkeit im Vorstand in den vergangenen 4 Jahren.
Die Austrägerinnen durften am Schluss der Veranstaltung ebenfalls eine kleine Blume mit nach Hause nehmen.
Nach den Wahlen und der anschließenden Kaffeetafel gab es einen Rückblick auf die Veranstaltungen des vergangenen Jahres in Wort und Bild. Für 2019 liegt das Jahresprogramm bereits vor. Es werden interessante Veranstaltungen angeboten und für Anfang September ist eine mehrtägige Fahrt zur Mecklenburgischen Seenplatte geplant.
Zum Ausklang des Nachmittags trug das „Geestland-Trio“ aus Schafflund zur Unterhaltung mit bayrischer Musik und bekannten Schlagern bei. Die Landfrauen ließen sich zum Mitsingen, Klatschen und Schunkeln animieren.
 

 

 

Demenz braucht Dich!

Zu dieser Veranstaltung am 19.09.2018 hatte der Landfrauenverein Sankelmark e.V. zusammen mit der Kirchengemeinde Oeversee-Jarplund und dem Sozialverband eingeladen.
Antje Holst vom Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein aus Norderstedt referierte unter dem Titel „Das Herz wird nicht dement – Umgang und Kommunikation mit Menschen mit Demenz“. Nach der Bedeutung des Wortes wird der Zustand beschrieben, wenn der „Verstand weg“ ist. Der Oberbegriff für die Erkrankung ist Alzheimer. Je nachdem welche Regionen des Gehirns betroffen sind, gibt es Unterschiede. So kann bei einigen Menschen die Sprache betroffen sein und bei anderen Störungen im Erkennen oder Erinnerungsvermögen vorkommen. So bezeichnet man eine Demenz, die in mehreren Bereichen gleichzeitig auftritt als vaskulär. Viele berühmte Persönlichkeiten litten unter Alzheimer bzw. Demenz, z.B. Inge Meysel, Heidi Kabel, Rudi Assauer, Herbert Wehner und Omar Sharif. Oft besteht ein enger Zusammenhang mit Depressionen wie bei Gunther Sachs. Natürlich vergisst jeder von uns mal etwas. Wenn man aber feststellt, dass sich in einem Zeitraum von 6 Monaten Veränderungen, wie Sprachstörungen, Störungen im Erkennen oder Denkvermögen nicht bessern, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Als erstes sollten die Blutwerte kontrolliert werden, um eine Stoffwechselerkrankung auszuschließen, denn die hat u.U. gleiche Symptome. Viele haben Angst vor der Diagnose und gehen zu spät zum Arzt. Medikamente können den Verlauf der Krankheit verlangsamen, aber nicht heilen. In Deutschland sind z.Zt. bereits 1,7 Mio. Menschen an Demenz erkrankt. Wichtig für die Vorbeugung ist in Bewegung zu bleiben, Übergewicht zu vermeiden und soziale Kontakte zu pflegen.

An Demenz erkrankte Menschen spüren Ablehnung. Das Herz wird nicht dement – die Empfindungen bleiben. Wichtig im Umgang ist es, nicht auf die Defizite hinzuweisen. Die Betroffenen sollte man ernst nehmen, sowie mit Respekt und Wertschätzung behandeln, ihnen Ruhe und Sicherheit vermitteln und in ihrer Selbständigkeit unterstützen solange es geht.
Grundregeln in der Kommunikation und im Umgang sind:

  • langsam sprechen
  • Geduld haben und Zeit für Antworten lassen
  • einfache Sätze bilden
  • keine „wieso, weshalb, warum“ – Fragen
  • sich dem Betroffenen zuwenden, Blick- oder Körperkontakt herstellen
  • aufmerksam zuhören
  • andere Wahrnehmungen akzeptieren!

In der anschließenden Diskussion ging es auch um die Angehörigen von Erkrankten, denn diese brauchen ebenfalls Unterstützung. 41 ZuhörerInnen folgten aufmerksam dem Vortrag von Frau Holst und dürfen sich nun „Demenzpartner“ nennen. Als Erkennungszeichen gilt die Anstecknadel mit einem „Vergissmeinnicht“.